Hundepension Preise kalkulieren: Nachtpreis & Zuschläge
Was kostet eine Nacht, wie rechnest du deinen Preis, welche Zuschläge und Stornoregeln sind üblich? Mit Marktpreisen und Rechenbeispiel.
Auf einen Blick
Um Hundepension-Preise zu kalkulieren, teilst du deine Fixkosten durch die realistischen Belegnächte im Jahr und rechnest variable Kosten und Unternehmerlohn dazu. Marktüblich sind in Deutschland 25 bis 60 Euro pro Nacht. Zuschläge für Feiertage, Heizsaison oder Läufigkeit gehören vorher auf die Preisliste, Stornopauschalen dürfen den üblichen Schaden nicht übersteigen.
Die Sommerferien sind ausgebucht, die Silvesternacht auch – und trotzdem bleibt am Jahresende weniger übrig als gedacht. Das liegt selten an zu wenigen Gästen, sondern meistens am Preis: an einem Nachtpreis, der aus der Konkurrenz abgeschrieben ist, an vergessenen Zuschlägen und an Stornoregeln, die im Ernstfall nicht halten. Hier geht es darum, wie du deine Hundepension-Preise kalkulierst. Wie du überhaupt startest, steht im Artikel Hundepension eröffnen.
Was kostet eine Hundepension pro Nacht?
Eine Hundepension kostet in Deutschland meist zwischen 25 und 60 € pro Nacht inklusive Betreuung und Fütterung, so die Übersicht von hundeservice24. Einfache Gruppenhaltung auf dem Land beginnt bei gut 20 €, Einzelzimmer in Großstädten liegen bei bis zu 90 €. Größe, Verträglichkeit, Einzelunterbringung und Futter verschieben den Preis deutlich.
| Segment | Preis pro Nacht | Beispiel aus Preislisten |
|---|---|---|
| Einfach, ländlich, Gruppe | 20–30 € | 26,95 € plus Futter in Unterfranken |
| Standard, Einzelunterbringung | 30–45 € | 38 € bei Hannover, 44 € am Brenzelhof |
| Premium, Großstadt, Einzelzimmer | 45–90 € | 69–90 € je nach Gewicht in München |
| Schweiz, professionell | CHF 55–90 | CHF 52–75 je nach Größe in Wynigen |
Stand der Preislisten: 2025/2026. Nimm diese Werte als Marktbild, nicht als Vorgabe – ob dein Preis trägt, zeigt erst deine eigene Kalkulation.
Wie kalkulierst du deinen Nachtpreis?
Dein Nachtpreis muss drei Dinge decken: deine Fixkosten pro belegter Nacht, die variablen Kosten pro Hund und deinen Unternehmerlohn. Der größte Hebel ist dabei nicht der Futterpreis, sondern die Auslastung übers ganze Jahr. Wer mit Ferien-Vollbelegung rechnet, rechnet sich reich.
- Fixkosten pro Jahr: Miete oder Abschreibung, Grundlast Energie, Versicherung, Gebühren, Software, Rücklagen.
- Personal: Aushilfen zum Mindestlohn von 13,90 € seit Januar 2026 plus Arbeitgeberanteile – und dein eigener Lohn.
- Belegnächte: Plätze × 365 × realistische Jahresauslastung.
- Variable Kosten: Futter, Reinigung, Wäsche, Wasser pro Hund und Nacht.
Rechenbeispiel: Eine Pension mit 12 Plätzen und 60 % Jahresauslastung hat 2.628 Belegnächte. Bei 89.100 € Fixkosten im Jahr – davon 36.000 € Unternehmerlohn und 20.000 € Aushilfen – entfallen auf jede Nacht rund 33,90 €. Mit 4 € variablen Kosten liegst du bei knapp 38 € netto. Mit 19 % Umsatzsteuer sind das rund 45 € brutto, noch ohne Gewinn. Sinkt die Auslastung auf 40 %, steigt der Fixkostenanteil auf 50,90 € pro Nacht.
Welche Zuschläge sind in der Hundepension üblich?
Zuschläge bilden Mehraufwand ab, der nicht bei jedem Gast anfällt: Feiertagsarbeit, Heizkosten im Winter, separate Unterbringung einer läufigen Hündin. Wichtig ist, dass sie vorher auf der Preisliste stehen – ein Aufschlag, von dem die Halterin erst bei der Abholung erfährt, kostet dich die Stammkundin.
| Zuschlag | Spanne in Preislisten | Beispiele |
|---|---|---|
| Gesetzlicher Feiertag | 6–20 € pro Tag | 6 € in Laer, 20 € beim Dorfköter |
| Silvester | bis 30 € | 30 € in Österreich |
| Heizsaison | 2–4 € pro Tag | 2 € in Hannover, 3 € in München, 4 € bei Birkensee |
| Schulferien | 3 € pro Tag | Brenzelhof |
| Läufige Hündin | 5–7 € pro Tag | 5 € in Laer, 7 € in München; oft Ausschluss |
| Einzelzimmer | 18–22 € pro Tag | Brenzelhof |
| Medikamentengabe | 2 € pro Gabe | München |
Prüfe Zuschläge immer pro Nacht, nicht pro Aufenthalt. Ein Hund, der vom 28. Dezember bis 3. Januar bleibt, hat genau eine Silvesternacht und mit Neujahr einen Feiertag – aber sechs Heizsaison-Nächte.
Lohnen sich Mehrhunde- und Langzeitrabatte?
Rabatte lohnen sich, wenn sie Aufwand sparen oder Nebensaison füllen – nicht, wenn sie in den Sommerferien Umsatz verschenken. Zwei Hunde eines Haushalts teilen oft ein Zimmer, das spart dir Platz und Reinigung. Eine Pension bei Hannover nimmt für zwei Hunde 58 € statt 76 €, ein Hundehotel in Österreich gibt 10 % je weiterem Hund. Langzeitrabatte liegen oft bei 5 % ab sieben und 10 % ab 14 Nächten (Brenzelhof).
Setz Rabatte an Bedingungen: nur für Geschwister im selben Zimmer, nur außerhalb der Ferien, nur bei Buchung bis zu einem Stichtag. Mehrfachkarten passen zur Pension übrigens schlecht – eine Karte zieht für 14 Nächte dieselbe Einheit ab wie für eine.
Welche Stornoregeln sind üblich – und was ist rechtlich zulässig?
Üblich ist eine gestaffelte Stornogebühr, die mit dem Näherrücken der Anreise steigt: kostenfrei bis etwa vier Wochen vorher, danach anteilig, kurz vor Anreise hoch. Eine Münchner Pension nimmt 30 % ab drei Wochen, 50 % ab zwei und 70 % ab einer Woche. Eine Pension in Laer steigt von 50 % über 75 % auf 100 %.
Vorsicht bei 100 %: Pauschalen in AGB gegenüber Privatkund:innen dürfen nach § 309 Nr. 5 BGB den gewöhnlich zu erwartenden Schaden nicht übersteigen, und Kund:innen muss ausdrücklich der Nachweis eines geringeren Schadens erlaubt sein. Für Hotels hat das LG Rostock eine 100-%-Pauschale gekippt, weil ersparte Aufwendungen fehlten. Eine Pension spart bei Absage Futter und Reinigung – eine volle Pauschale ist also angreifbar. Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung: Lass deine Klausel anwaltlich prüfen. Worauf es in AGB sonst ankommt, steht im Artikel AGB für die Hundeschule erstellen.
Wie sicherst du Plätze in der Hochsaison ab?
In der Hochsaison sichern Anzahlung, Mindestaufenthalt und Warteliste deine Plätze. Kleine Pensionen sind in den Ferien oft komplett belegt – im Burgenland berichtete der ORF von Betrieben, die erst Mitte September wieder Plätze frei hatten.
- Anzahlung: Die Pension in Laer verlangt 20 % binnen einer Woche nach Bestätigung, den Rest am Bringtag. Erst mit Zahlungseingang ist der Platz fest.
- Reservierungsgebühr: Ein Betrieb in Niederösterreich staffelt nach Dauer, von 100 € bis 200 €.
- Mindestaufenthalt: Über Weihnachten und Silvester verhindert er, dass drei Nächte die Woche blockieren.
- Warteliste: Wer absagt, gibt den Platz frei – wer nachrückt, sollte es sofort erfahren.
Überbuchen ist keine Strategie: Deine Erlaubnis nennt eine Höchstzahl, und die gilt auch im August. Plan deinen eigenen Urlaub antizyklisch und rechne für Silvester mit mehr Personal, weil geräuschempfindliche Hunde Betreuung brauchen.
An- und Abreisetag, Übergabezeiten und Probetag: Was regelst du vorher?
Klären solltest du, ob An- und Abreisetag als volle Tage zählen, wann übergeben wird und wer vorher zur Probe kommen muss. Viele Pensionen rechnen beide Tage voll ab, andere rechnen pro Nacht bis zu einer Uhrzeit – etwa 10 Uhr – und danach als Tagesbetreuung. Beides ist in Ordnung, solange es klar in der Preisliste steht.
- Übergabefenster: Laer übergibt von 10 bis 11 und von 16 bis 17 Uhr. Sonntags keine Übergabe? Dann darf ein laufender Aufenthalt trotzdem weitergehen.
- Probetag oder Probenacht: Der Dorfköter setzt auf ein Kennenlernpaket mit zwei Probenächten, der Brenzelhof auf drei Eingewöhnungsbesuche für 49 € vor der ersten Reservierung.
- Impfungen: Laut Impfleitlinie der StIKo Vet sollte eine vollständige Core-Impfung Voraussetzung sein. Zwingerhusten-Impfungen brauchen Vorlauf: intranasal mindestens eine Woche, Parainfluenza vier Wochen vor der Aufnahme.
- Nichtabholung und Tierarzt: Regle Notfallkontakt, Tierarztvollmacht und Kostenübernahme schriftlich.
Welche Dokumentation verlangt das Veterinäramt?
Was du dokumentieren musst, steht in den Auflagen deiner Erlaubnis nach § 11 TierSchG – eine bundeseinheitliche Liste gibt es nicht. Die Erlaubnis wird laut Merkblatt des Landkreises Dahme-Spreewald mit Nebenbestimmungen und befristet auf höchstens fünf Jahre erteilt. Typisch ist ein fortlaufendes Bestandsbuch mit:
- Aufnahme- und Abgabedatum,
- Identität des Hundes mit Rasse, Geschlecht, Kastration und Chipnummer,
- Impfungen, Entwurmungen und Erkrankungen,
- Name und Anschrift von Einlieferer und Abholer.
Ob eine digitale Form reicht, klärst du vorab mit deinem Amt. Den Rahmen für die Tagesgäste daneben beschreibt der Artikel Hundetagesstätte führen.
Varianten mit eigenem Nachtpreis, Zuschläge, die jede Nacht geprüft werden, eine zweistufige Stornostaffel und ein Bestandsbuch, das beim Check-in entsteht: Das alles steckt in der Pensionsverwaltung von 123Hundeschule. Wie der Belegungsplan in der Hochsaison aussieht, zeigt die Seite Software für die Hundepension.