Hundeschule führen

Verhaltensberater für Hunde: Weiterbildung im Überblick

Die 18-monatige Weiterbildung „Verhaltensberater für Hunde“ bei Ziemer & Falke: Inhalte, Ablauf, Kosten — und für wen sich die Spezialisierung lohnt.

Florian Strauß 6 Min. Lesezeit

Auf einen Blick

Die Weiterbildung „Verhaltensberater für Hunde“ bei Ziemer & Falke macht erfahrene Hundetrainer:innen fit für Problemverhalten wie Angst und Aggression: 18 Monate, rund 80 % Praxis, 7.900 € gesamt (Stand Juni 2026). Voraussetzung ist eine abgeschlossene Hundetrainer-Ausbildung

Die 18-monatige Weiterbildung „Verhaltensberater für Hunde“ bei Ziemer & Falke: Inhalte, Ablauf, Kosten — und für wen sich die Spezialisierung lohnt.

Was macht ein Verhaltensberater für Hunde?

Ein Verhaltensberater für Hunde analysiert und behandelt Problemverhalten wie Aggression, Angst oder Trennungsstress beim Mensch-Hund-Team. Während Hundetrainer:innen erwünschtes Normalverhalten aufbauen — Rückruf, Leinenführigkeit, Grundsignale —, setzt Verhaltensberatung dort an, wo klassisches Training allein nicht mehr weiterkommt: mit ausführlicher Anamnese, Ursachenanalyse und einem individuellen Trainings- und Behandlungsplan für Hund und Halter:in.

Genau an dieser Grenze stehen viele Trainer:innen im Alltag: Die Welpengruppe läuft, der Rückruf-Kurs ist ausgebucht — aber wenn ein Kunde mit einem Hund kommt, der an der Leine eskaliert oder allein zuhause die Wohnung zerlegt, wird es heikel. Solche Fälle musste man bisher ablehnen oder weiterschicken. Die Spezialisierung zum Verhaltensberater schließt diese Lücke.

Hundetrainer:inVerhaltensberater:in
FokusAufbau von erwünschtem NormalverhaltenAnalyse und Behandlung von Problemverhalten
Typische ThemenRückruf, Leinenführigkeit, Grundsignale, WelpenkurseAggression, Angst, Trennungsstress, Stereotypien
FormatGruppen- und EinzelstundenAnamnese, Erstgespräch, Einzelberatung, Behandlungsplan
ArbeitsweiseÜbungsaufbau und WiederholungUrsachenforschung, Beratung der Halter:innen, Fallarbeit

Wichtig zur Einordnung: Verhaltensberatung ersetzt keinen Tierarzt. Liegt dem Verhalten eine körperliche Ursache zugrunde — Schmerzen, Schilddrüse, neurologische Probleme —, gehört der Fall (auch) in tiermedizinische Hände. Seriöse Verhaltensberater:innen arbeiten deshalb eng mit Tierärzt:innen zusammen.

Warum lohnt sich eine Weiterbildung für Hundetrainer:innen?

Eine Weiterbildung lohnt sich für Hundetrainer:innen aus drei Gründen: Du kannst komplexe Fälle souverän annehmen statt sie abzulehnen, du erschließt dir Verhaltensberatung als höherpreisige Einzelleistung, und du sammelst Fortbildungsnachweise, die Veterinärämter nach erteilter Erlaubnis nach § 11 TierSchG in der Regel sehen wollen.

Fachlich ist der Schritt naheliegend: Anfragen zu Angst- und Aggressionsverhalten gehören zu den häufigsten Problemfällen, mit denen Halter:innen Hilfe suchen — und genau hier stoßen viele Trainer:innen mit reiner Trainingsausbildung an ihre Grenzen. Wer diese Fälle qualifiziert annehmen kann, hebt sich im lokalen Markt deutlich ab.

Wirtschaftlich rechnet sich die Spezialisierung über die Einzelberatung. Ein Beispiel: Setzt du dein Erstgespräch inklusive Anamnese mit 120 € an und nimmst pro Woche zwei neue Verhaltensfälle an, sind das rund 960 € zusätzlicher Umsatz im Monat — noch ohne die Folgetermine, die bei Verhaltensfällen über Wochen laufen. Verhaltensberatung kannst du schlicht anders bepreisen als eine Gruppenstunde, weil du Einzelzeit, Expertise und einen individuellen Plan lieferst.

Und rechtlich-praktisch: „Hundetrainer" ist in Deutschland kein staatlich anerkannter Beruf. Umso mehr zählen nachweisbare Qualifikationen — gegenüber dem Veterinäramt genauso wie gegenüber Kund:innen, die vor der Buchung googeln, wem sie ihren Problemhund anvertrauen.

Die Weiterbildung „Verhaltensberater für Hunde" bei Ziemer & Falke im Überblick

Ein etabliertes Angebot für genau diese Spezialisierung ist die Weiterbildung „Verhaltensberater für Hunde" bei Ziemer & Falke, einer der bekanntesten Hundetrainer-Akademien Deutschlands. Die Eckdaten (Stand Juni 2026):

  • Dauer: 18 Monate Regelweiterbildungszeit (Leistungszeitraum 15 Monate), Zugang zur Online-Lernplattform sogar 24 Monate.
  • Format: Blended Learning — Online-Skripte, Videos und Hausaufgaben mit individuellem Feedback, kombiniert mit 16 Praxiseinheiten an festen Terminen.
  • Praxisanteil: rund 80 % Praxis, 20 % Theorie — gelernt wird an echten Fällen, nicht nur am Skript.
  • Praxisstandorte: Geestland (Hundezentrum zur Pipinsburg, spezialisiert auf aggressive Hunde), Ellerbek bei Hamburg und Salzwedel.
  • Voraussetzung: eine abgeschlossene Hundetrainer-Ausbildung plus der dreitägige Einstiegs-Workshop „Praktische Einführung in die Verhaltensberatung" (im Gesamtpreis enthalten).

Besonders ist die Fallarbeit: Trainiert wird mit Tierheimhunden und echten Kundenteams — also genau den Konstellationen, die dir später in der eigenen Beratung begegnen. Das Dozententeam um Jörg Ziemer bringt langjährige Praxis aus der Verhaltensarbeit mit, unter anderem aus dem Spezialbereich aggressiver Hunde. Wer vor der Anmeldung reinschnuppern will: Das Institut bietet regelmäßig kostenlose Info-Webinare an.

Welche Inhalte und Module erwarten dich?

Inhaltlich deckt die Weiterbildung den kompletten Beratungsprozess ab — vom Erstkontakt bis zum Abschluss eines Falls. Die Schwerpunkte:

  • Beratung & Coaching: Gesprächsführung mit Halter:innen — denn am Ende veränderst du nicht nur Hundeverhalten, sondern vor allem Menschenverhalten.
  • Mensch-Hund-Beziehung und Bindung: wie Beziehungsmuster Problemverhalten begünstigen oder lösen.
  • Neurobiologie: was bei Stress, Angst und Aggression im Hundegehirn passiert — als Fundament für realistische Prognosen.
  • Aggressions- und Angstverhalten: Einordnung, Management und Behandlungsansätze für die häufigsten Problemfelder.
  • Anamnese und Behandlungsplanung: systematische Fallaufnahme, Hypothesenbildung, Trainingsplan und Verlaufskontrolle.
  • Fallarbeit: begleitete Arbeit mit echten Kundenteams und Tierheimhunden, inklusive Fallberichten mit Feedback.
  • Spezialthemen: Mehrhundehaltung und Selbstschutz im Umgang mit aggressiven Hunden.

Der rote Faden: Du lernst nicht einzelne Tricks, sondern einen wiederholbaren Beratungsprozess — Anamnese, Plan, Umsetzung, Anpassung. Genau das unterscheidet professionelle Verhaltensberatung von gut gemeintem „Wir üben einfach mehr".

Was kostet die Weiterbildung zum Verhaltensberater?

Die Weiterbildung kostet laut Ziemer & Falke insgesamt 7.900 € — 7.000 € für die Weiterbildung selbst plus 900 € für den verpflichtenden Einstiegs-Workshop. In Deutschland ist der Betrag umsatzsteuerbefreit. Bezahlen kannst du in Raten oder mit Rabatt auf einen Schlag:

ZahlungsmodellRate / BetragGesamtkosten
24 Monatsraten291,67 € / Monat7.900 € (inkl. Workshop)
18 Monatsraten388,89 € / Monat7.900 € (inkl. Workshop)
12 Monatsraten583,33 € / Monat7.900 € (inkl. Workshop)
Einmalzahlungeinmalig6.720 € + 900 € Workshop (4 % Rabatt)

Absolvent:innen einer Ziemer-&-Falke-Hundetrainer-Ausbildung erhalten zusätzlich 400 € Rabatt. Alle Preise: Stand Juni 2026 — verbindlich sind die aktuellen Angaben des Anbieters.

Beim Abschluss lohnt ein genauer Blick: Standardmäßig bekommst du eine digitale Teilnahmebescheinigung samt Teilnahmesiegel. Wer zusätzlich die separat kostenpflichtige schriftliche und praktische Prüfung ablegt, erhält das Ziemer-&-Falke-Zertifikat „Verhaltensberater für Hunde". Ein staatlich anerkannter Berufsabschluss ist beides nicht — den gibt es im Hundetrainer-Bereich in Deutschland generell nicht. Für Kund:innen und Veterinärämter zählt trotzdem, dass du eine fundierte, praxislastige Qualifikation nachweisen kannst.

Für wen passt die Weiterbildung — und für wen (noch) nicht?

Die Weiterbildung passt für dich, wenn du bereits als Hundetrainer:in arbeitest und regelmäßig an Fälle gerätst, die über klassisches Training hinausgehen — oder wenn du deine Hundeschule um Verhaltensberatung als Premium-Einzelleistung erweitern willst. Auch für Teams interessant: Betreiber:innen, die eine:n Mitarbeiter:in gezielt für Problemfälle qualifizieren möchten.

Eher (noch) nichts ist sie für dich, wenn:

  • du ganz am Anfang stehst — die abgeschlossene Hundetrainer-Ausbildung ist Pflicht, Quereinstieg direkt in die Verhaltensberatung geht hier nicht;
  • du die Präsenztermine nicht stemmen kannst — die Praxisstandorte liegen in Norddeutschland, bei längerer Anreise kommen Fahrt- und Übernachtungskosten dazu;
  • Budget und Zeit gerade keinen Spielraum lassen — 18 Monate Weiterbildung neben dem laufenden Betrieb sind ein echtes Commitment.

Fairerweise: Ziemer & Falke ist nicht der einzige Anbieter am Markt — auch andere Akademien bilden Verhaltensberater:innen aus. Die Kombination aus hohem Praxisanteil, Fallarbeit mit echten Teams und flexiblem Online-Theorieteil macht dieses Angebot aber gerade für berufstätige Trainer:innen attraktiv.

Wie bekommst du Weiterbildung und Hundeschul-Alltag unter einen Hut?

Die ehrliche Antwort: nur mit guter Organisation. 18 Monate lang kommen Praxiswochenenden, Online-Hausaufgaben und Fallberichte zu deinem normalen Kurs- und Kundenbetrieb dazu. Plane feste Lernblöcke ein, blocke die 16 Praxistermine früh im Kalender und entlaste dich bei allem, was sich automatisieren lässt — Buchungen, Terminerinnerungen, Rechnungen.

Genau dafür gibt es Software für Hundetrainer:innen wie 123Hundeschule: Deine Kund:innen buchen selbst, Erinnerungen und Rechnungen laufen im digitalen Autopilot — und wenn du nach der Weiterbildung Verhaltensberatung anbietest, verwaltest du Einzeltermine und Beratungsfälle gleich mit. So bleibt im Kopf Platz für das, worum es eigentlich geht: schwierige Mensch-Hund-Teams wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen.

Häufige Fragen

Was macht ein Verhaltensberater für Hunde?
Ein Verhaltensberater analysiert und behandelt Problemverhalten wie Aggression, Angst oder Trennungsstress beim Mensch-Hund-Team: Anamnese, Beratung der Halter:innen und ein individueller Trainings- und Behandlungsplan. Hundetrainer:innen bauen dagegen erwünschtes Normalverhalten auf — Verhaltensberatung beginnt dort, wo Training allein nicht mehr ausreicht.
Was kostet die Weiterbildung zum Verhaltensberater bei Ziemer & Falke?
Insgesamt 7.900 € — 7.000 € Weiterbildung plus 900 € für den verpflichtenden Einstiegs-Workshop, in Deutschland umsatzsteuerbefreit. Zahlbar in 12, 18 oder 24 Monatsraten (ab 291,67 €/Monat) oder als rabattierte Einmalzahlung von 6.720 € plus Workshop. Stand Juni 2026 — verbindlich sind die Anbieterangaben.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum Verhaltensberater?
Die Regelweiterbildungszeit beträgt 18 Monate bei einem Leistungszeitraum von 15 Monaten; die Online-Lernplattform steht 24 Monate zur Verfügung. Rund 80 % sind Praxis — darunter 16 Praxiseinheiten an festen Terminen — und etwa 20 % Theorie über Online-Skripte, Videos und Hausaufgaben mit Feedback.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Weiterbildung?
Du brauchst eine abgeschlossene Hundetrainer-Ausbildung sowie den dreitägigen Einstiegs-Workshop „Praktische Einführung in die Verhaltensberatung“, der im Gesamtpreis enthalten ist. Praktisch solltest du außerdem Zeit für die Präsenztermine einplanen — die Praxisstandorte liegen in Geestland, Ellerbek bei Hamburg und Salzwedel.
Brauche ich eine §11-Erlaubnis, um als Verhaltensberater zu arbeiten?
Wer gewerbsmäßig Hunde trainiert oder Halter:innen anleitet, braucht in Deutschland grundsätzlich eine Erlaubnis nach § 11 TierSchG — das gilt in der Regel auch für Verhaltensberatung. Die Weiterbildung ersetzt diese Erlaubnis nicht, kann aber als Qualifikations- und Fortbildungsnachweis dienen. Verbindlich klärt das dein örtliches Veterinäramt.
Bekomme ich am Ende ein Zertifikat?
Standardmäßig erhältst du eine digitale Teilnahmebescheinigung plus Teilnahmesiegel. Wer zusätzlich die separat kostenpflichtige schriftliche und praktische Prüfung ablegt, bekommt das Ziemer-&-Falke-Zertifikat „Verhaltensberater für Hunde“. Ein staatlich anerkannter Berufsabschluss ist es nicht — den gibt es im Hundetrainer-Bereich generell nicht.

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